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Das karstige Erscheinen der Oberfläche wie auch des Unterirdischen stellt ohne Zweifel eine der größten Naturattraktionen des Naturparks der Julischen Voralpen dar.
Das Bergmassiv des Monte Canin mit den komplexen unterirdischen Räumen des Col delle Erbe und Foran del Muss, die Gebirgskette Monti Musi mit Hunderten von Höhlen sowie das Reschental mit der Fontanon del Barman und die anderen Karstquellen sind die drei wichtigsten Aktionsfelder einer intensiven Forschungsarbeit, die von den größtenteils regionalen Höhlenforschungsverbänden durchgeführt wird.
In der Tat haben fast vierzig Jahre Erkundung zur Entdeckung von etwa tausend Grotten geführt. Jedes Jahr nehmen zahlreiche regionale, italienische und auch ausländische Höhlenforschungsgruppen anspruchsvolle Expeditionen vor, die zu neuen Entdeckungen und interessanten wissenschaftlichen Forschungen führen.
Die wichtigsten Höhlen, die sich im Gebiet des Parks befinden, sind der Höhlenkomplex des Foran del Muss (über 15 km Verlauf, 1.100 m Höhenunterschied und 24 Eingänge) und der Höhlenkomplex Col delle Erbe (circa 18 km Verlauf, 880 m Höhenunterschied, etwa zwanzig Eingänge). Auf dem Gebirgsmassiv des Monte Canin öffnen sich weitere zehn Abgründe, die über 500 Meter tief sind und zu den wichtigsten Karstgebieten Europas gehören. Die Bergkette Monte Musi, deren speläologischen Entdeckung auf die 90iger Jahre zurückgeht, umfasst mehr als 200 größtenteils vertikal verlaufende Höhlen, deren wichtigste fast 500 m tief ist. Im Gebiet des Reschental hingegen, nahe der gewaltigen Fontanon di Barman befinden sich einige horizontal verlaufende Höhlen von weniger großem Umfang (Barman-Grotte, Uragano-Grotte). Ebenfalls erwähnenswert die großartige Fontanon di Goriuda im Raccolanatal, durch die ein großer Teil der Gewässer der Hochebene des Monte Canin fließen.
Abgesehen von den Karstquellengrotten des Monte Canin und Reschentals können alle Grotten als "Hochgebirgsgrotten", die sich grubenförmig öffnen, bezeichnet werden. Aus technischen Gründen und aufgrund morphologischer Merkmale ist der Besuch praktisch aller Höhlen des Parks nur den speläologischen Experten vorbehalten und erfordert eine entsprechende Ausrüstung. Die Höhlenforschungsaktivitäten werden durch einen speziellen Artikel der Parkvorschriften (Art. 10, Komma 10) reglementiert.
Für Ausflügler und Touristen gibt es jedoch die Neue Grotte von Villanova, die - auch wenn sie sich außerhalb der Grenzen des Parks befindet - zu den Ausflugspfaden gehört. Die Grotte verläuft auf etwa 7 km bei fast 300 m Höhenunterschied und stellte eine der wenigen Grotten in Italien dar, die sich durch den Kontakt von Kalk und Flysch gebildet haben. Für Informationen: Grottenterminal, Tel. 0432 787020.
Weitere Informationen über die Höhenkunde und Karsterscheinungen des Parks können der 6. Ausgabe (Grotte e speleologia) der Naturparkführer der Julischen Voralben entnommen werden.
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