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WEGBESCHREIBUNG
Der Route beginnt in Povici (350 Meter Seehöhe), einem Ortsteil von Resiutta. Sie führt durch das Tal, das vom Rio Resartico geformt wurde und bietet dem aufmerksamen Wanderer die Möglichkeit, einige geologische und botanische Besonderheiten zu beobachten. Der (gelb markierte) Weg verläuft einmal rechts und dann wieder links vom Gebirgsbach, führt durch Landschaften, die für die Julischen Voralpen typisch sind. Auf 570 m Seehöhe gibt es zwei gleichermaßen interessante Wegvarianten. Die erste ist jenen vorbehalten, die ein wenig Anstrengung nicht scheuen und gleichzeitig die reizvollsten und wildesten Naturräume durchqueren möchten. Vorbei an Geröll und Buchenhainen, inmitten einer Kulisse mit strengen Felskathedralen, begibt man sich auf die Spuren der Bergleute, die bis vor ein paar Jahrzehnten noch Ölschiefer am Monte Plauris abgebaut haben. Dieser Weg führt zu den Überresten ihrer Unterstände, von wo aus man nach kurzer Anstrengung zu dem aufgelassenen Bergwerk kommt. Wenn man über eine Taschenlampe verfügt, kann man problemlos die ersten Stollengänge besichtigen und das herrliche Panorama von den Öffnungen in den Bergflanken aus genießen. Diese Bergwelt ist heute unangefochtener Lebensraum der Gämsen.
Weniger anstrengend, aber genauso faszinierend ist die Route, die von den Quellen aus entlang des alten Aquäduktes ins Tal führt. Zu Beginn hat man das Gefühl, sich auf einem Hochgebirgspfad zu befinden, mit exponierten Passagen, Sicherheitsseilen und kurzen Abschnitten im Tunnel. Trotz niedriger Seehöhe treffen wir hier bereits auf die alpine Flora.
Schließlich führen lange, erholsame Abschnitte in der Höhe, durch Schwarzkieferwälder talwärts. Der letzte Abschnitt mit herrlichen Ausblicken führt über Weiden, vorbei an Birken und majestätischen Buchen, zurück nach Povici.

FLORA
Das Tal des Rio Resartico zeigt komplexe Naturräume mit vielen Biotopen, die sich positiv auf die Mannigfaltigkeit der Flora auswirken. Der aufmerksame Beobachter, der auf dieser naturkundlich interessanten Route wandert, kann persönlich die Vielfalt der Pflanzenwelt erleben, so dass man das Gebiet als ‚botanischen Garten’ bezeichnen könnte. Die signifikantesten Biotope sind als botanisch interessante Punkte auf einer eigenen Karte eingezeichnet.
Aufgrund ihrer Komplexität zeichnet sich die hiesige Flora durch die hohe Anzahl von alpinen Pflanzengesellschaften aus, viele davon liegen in besonders geringer Höhe, wie das Edelweiß (Leontopodium alpinum) in rund 650 m.
Im Unterholz des Schwarzkiefernwaldes gedeiht eine Strauchvegetation, die geprägt ist von starkem Erikawuchs (Erica carnea), Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum) und der bewimperten Alpenrose (Rhododendron hirsutum), während weniger häufig der Kugel-Ginster (Genista radiata) vorkommt, Leguminosen der Paläotropis aus dem Präquartär, die im Voralpenbereich sporadisch in knappen Zufluchtsbereichen anzutreffen sind, da es sich um eine submediterrane Art handelt, die charakteristisch für trockene, sonnige Standorte ist.
Die aufgrund der Präsenz von dreiblättrigen Windröschen (Anemone trifolia), Waldgeißblatt, echter Mehlbeere (Sorbus aria), gemeinen Goldregen (Laburnum anagyroides) als illyrisch klassifizierbaren Buchenwälder sind reich an Unterholz mit Liliaceen und Orchidaceen.
Die interessantesten Biotope sind die auf Felsen wachsenden. Auf den großen Felsblöcken am Talschluss ist der Polsterstrauch Spiraea decumbens, in den Spalten der vertikalen Felswände die Aurikel (Primula auricola), das Alpen-Fettblatt (Pinguicola alpina), die Teufelskralle (Physoplexis comosa) und das gelbe Mänderle (Paederota lutea) kolonisiert. Letzteres befindet sich an sehr feuchten Orten.
Im Aufforstungsgebiet mit Rottanne bei der Casera del Nos wachsen einige Exemplare der Europäischen Eibe (Taxus baccata) und der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior).
Der letzte Routenabschnitt führt über eine nicht mehr bewirtschaftete Weide, wo man das Phänomen der erneuten Kolonisierung des Waldes durch Schwarzkiefer und den gemeinen Wacholder (Juniperus communis) sehen kann.

FAUNA
Die in diesem Tal heimischen Tierpopulationen sind typisch für das Voralpengebiet. Unter den Huftieren sind insbesondere Gämsen und Rehe nennenswert. In der Vogelwelt leben Waldhühner, tag- und nachtaktive Greifvögel, Spechte und Sperlingsvögel. Der Gebirgsbach bildet einen idealen Lebensraum für eine reiche Herpetofauna. Die Amphibien sind vertreten durch den Feuersalamander, Bergmolche und Kröten. Zu den hier heimischen Reptilien gehören Hornviper, Kreuzotter, Schlingnatter, Ringelnatter und die Karbonarschlange.

VEGETATION
Das Tal des Rio Resartico zeichnet sich durch eine mannigfaltige Landschaft aus, in der man auf die typischen Pflanzengesellschaften der Voralpen im Osten stoßen kann. Wie man der Landschaftskarte entnehmen kann, sind hier ausgedehnte Waldpopulationen vorhanden, die von der Schwarzkiefer dominiert werden (Pinus nigra ssp. austriaca). Diese sind in rauen, steilen Hanglagen anzutreffen. Das ganze Val Resia gilt als das Tal mit Schwarzkiefer per excellence, vor allem aufgrund der klimatischen Bedingungen, die sich durch eine hohe Niederschlagsmenge auszeichnen. Biogeographisch betrachtet wird die Schwarzkiefer als eine submediterran-illyrische Art klassifiziert. Dort wo die Berghänge etwas sanfter werden oder sich zu Hochplataeus öffnen, dominieren Baumarten, wie die Buche (Fagus sylvatica), die mit der Schwarzbuche (Ostrya carpinifolia) und Manna-Esche (Fraxinus ornus) im thermophilen Buchenwald eine Gesellschaft bilden sowie mit dem Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und dem Spitz-Ahorn (Acer platanoides) im mesophilen Buchenwald, der in höheren Lagen anzutreffen ist. Steigt man weiter aufwärts, dort wo die natürlichen Bedingungen keinen Baumwuchs mehr zulassen, trifft man auf ausgedehnte Pionierstrauchpopulationen mit Latschen (Pinus mugo), den langlebigen heliophilen Nadelgehölzen, die Karbonatregosole bevorzugen. Am Talboden sind gleichaltrige Populationen mit Rottannen (Picea excelsa) künstlich angelegt, die sich in einer ökologisch unsicheren Situation befinden, da die Rottanne in dem untersuchten Gebiet de facto nicht heimisch ist und nur sporadisch anzutreffen ist.
Der Rio Resartico lässt entlang seines Laufes Naturräume entstehen, die sich aufgrund des Wasserreichtums gebildet haben. In dem entstandenen Schutzstreifen mit Sträuchern und Bäumen wachsen hygrophile Arten wie die Grauerle (Alnus incana) und verschiedene Weidenarten.

GEOLOGIE
Die geologischen Formationen, die im Tal des Rio Resartico zutage treten, sind sedimentären Ursprungs und umfassen den Hauptdolomit und den Dachsteinkalk, die beide aus dem oberen Trias stammen.
Der untere Teil der Talhänge ist mit Ablagerungen aus dem Quartär bedeckt, die Schichten und Schuttkegel und Geröllakkumulationen bilden.
Der norische Hauptdolomit ist die Formation, die in dem Gebiet am meisten verbreitet ist: der Gebirgsbach bildet das ganze Tal. Es handelt sich um schön geschichteten Dolomit in weißer oder mehr oder weniger grauer Farbe, der sich vor rund 200 Millionen Jahren in einer Gegend abgelagert hat, die aus tiefen, ausgedehnten Meerestiefen bestand, die dann langsam und schrittweise absanken.
Diese Formation weist zahlreiche Klüfte und verschiedenen Verwerfungen auf, weshalb sich von den steilen Hängen laufend Gesteinsbrocken und Abrutsche lösen.
Entlang einiger Verwerfungen hat sich der Dolomit aufgrund intensiver tektonischer Tätigkeiten in ein stark zertrümmertes Gestein (Kataklasite) verwandelt. Er unterliegt starken Erosions- und Degradationsprozessen an der Oberfläche, die zur Bildung ausgedehnter Ablagerungen (Schwemmkegel und Geröllhalden) führen.
Die Gipfelteile des Monte Lavara und des Monte Plauris bestehen abwechselnd aus kompaktem weißen und grauen Kalkgestein, mehr oder weniger Dolomitgestein, das der Bildung des Dachsteinkalks des Rät zuordenbar ist.


FOSSILIEN
Die Fossilien sind Überreste von Tieren und Pflanzen, die in vergangenen geologischen Epochen gelebt haben. Es können aber auch Spuren sein, die sie während ihres Lebens hinterlassen haben, wie Abdrücke, Spuren, Nester, Eier, Fressensreste und Exkremente.
Die Fossilien sind das Ergebnis eines sehr komplexen Prozesses, der als Fossilisation bezeichnet wird.
Während des diagenetischen Prozesses, der zur Bildung des Dolomitgesteines geführt hat (Transformation von Kalkgestein in Dolomitgestein mittels eines Austauschprozesses eines Teiles von Kalk-Ionen durch Magnesium-Ionen), wird der Großteil der Überreste der in den ursprünglichen Sedimenten vorhandenen Organismen zerstört. Es bleibt das neue an Fossilien arme Gestein. Aus diesem Grund weist die starke Formation des Hauptdolomits wenige Fossilien auf.
Fast alle der Fossilien, die dennoch zutage treten, sind Muscheln, genauer gesagt Megalodonten, deren Größe von einem Zentimeter bis über einen halben Meter variiert. Zu finden sind außerdem auch Gastropoden in Kombination mit Algenabdrücken.
Von den wirbellosen Tieren ist nur das Innenmodell erhalten, das sich gebildet hat, als sich die Höhle durch Sedimente angefüllt hat, die nach ihrer Verwandlung in festes Gestein, eine exakte Kopie des Innenteils der Tiermuschel gebildet hat.
Das im Dolomit eingelagerte bituminöse Gestein, das in dem alten Bergwerk anzutreffen ist, enthält eine Unmenge an Resten fossiler Fische.

DAS BERGWERK
Im oberen Tal des Rio Resartico befindet sich auf den Osthängen des Monte Plauris in 995 m Seehöhe ein altes Bergwerk. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bauten die Bergarbeiter von Resiutta und Umgebung aus den im Dolomit des Hauptdolomites eingelagerten Bitumen ein braunes, leichtes Mineral mit muschelförmigem Bruch mit einem hohen Prozentanteil an flüchtigen Verbindungen ab. Diese Mineralien wurden mit einer Seilbahn ins Tal befördert. Reste dieser Bahn sind heute noch unter den Ruinen der Bergarbeiterhütten, die als Unterschlupf dienten, zu sehen.
Die Mineralien wurden anschließend in Resiutta in einem Gebäude destilliert, das sich auf der linken Seite des Resia-Baches befand. Daraus wurden dann schwere Mineralöle gewonnen. Als Brennstoff wurden die Gase verwendet, die während der Destillation freigesetzt wurden. Man gewann auch Ichthyol, das als Arzneimittel verwendet wurde.
Mit Hilfe einer Taschenlampe kann man auch den ersten Teil des Bergwerkes bis zur Stelle des Abrutsches besuchen.

Karte


 
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